Posted on

Die Powerklassen von Ruten und Blanks

Wir alle kennen das Problem Ruten bezüglich der Power einzuordnen. Grob gibt es L, M, und H Ruten. Der Power Wert hat mit der Aktion einer Rute absolut nichts zu tun. Die Aktion befasst sich nur mit der Biegung einer Rute, wohingegen der Power einer Rute über ihren Einsatzzweck entscheidet. Nach unten runden die UL Ruten das Sortiment ab und oben sogar XXH Ruten.

Doch sagt die Power eines Blanks noch lange nichts über die Rute und den Blank aus. Ganz im Gegenteil ein Powerwert H für Salzwasserruten ist mit einer H-Rute für Süßwasser nicht zu vergleichen. Dennoch gibt es für Waller H Süßwasser Ruten die vom Power her mit einer H Rute für das Salzwasser vergleichbar wären.

Es kommt noch schlimmer Powerwerte sind sogar von Ruten Hersteller zu Ruten Hersteller sehr unterschiedlich. Für den Kunden ein folgenschweres Dilemma. Denn der Kunde weiß nicht ob er eine L, M oder H Rute nehmen soll. Meistens verwirren die Hersteller noch zusätzlich, indem sie das Wurfgewichtspektrum mit diesen Powerkategorien ordnen wollen. Leichtes Wurfgewicht UL schwere Köder XXH. Das ist natürlich absolut verwirrend.

Dennoch ist es einfach sich zu entscheiden.

Ich selber schau mir die Powerklassen innerhalb einer Blankserie an. Dabei ist es egal ob es sich um einen L, M oder H Blank aus der Serie des Herstellers handelt. Denn man bekommt durch die Vermessung und Begutachtung der Blanks sehr schnell einen Richtwert für die Blanks. So kann es sein, das ein L Blank eines Herstellers durchaus mit einem H Blank eines anderen Herstellers mithalten kann. Auch bauen einige Blank Hersteller bei einem sehr filigranen Tipp und Butt unglaublich kräftige Blanks, wohingegen andere Hersteller diese Werte erst bei einem etwas dickeren Tipp bzw. Butt hinbekommen. Weiterhin gibt die Bauweise der Blanks auch schon einen Hinweis auf die Power des Blanks.

Zum Beispiel ist bei einem moderatem Taper, also einem nicht so hohem Tip Butt Verhältnis die Rute bis zum Griffteil sehr biegsam. Was bei Popping und Jigging Ruten durchaus erwünscht ist. Aber auch bei Crankbaits und Swimbaits. Man spricht hier auch von einer moderaten Rute. Bei Fast Ruten ist das Tip Butt Verhältnis größer. Also die Spitze ist zum Verhältnis zum Butt sehr filigran. Man spricht hier auch von X-Fast Ruten wenn die Spitze sehr sensibel ist.

Vergleicht man zum Beispiel den stärksten Blank aus der K2 Serie 7’3″ 30lbs mit dem stärksten Blank aus der Maxim Serie 7’11” 30lbs, stellt man fest, das die neue Carbon Kreuzwicklung der Blanks aus der Maxim Serie durch ihre neue Bauweise das Zeug haben einiges an Power vorzuweisen.

So wiegt der Maxim Blank zwar 15g mehr, ist aber auch 8″ länger als der K2. Auch zeigt dieser Blank aufgrund seiner komplett über den Blank verlaufenden Kreuzwicklung eine wunderbare Dynamik bis in den Schaft. Der K2 Blank ist mit seiner Kreuzwicklung im Schaftbereich weniger dynamisch, weist aber eine unglaubliche Power auf und hat bei manchem Drill die richtigen Reserven. Beide Blanks werden bei Phenix mit H beschrieben. Ich würde jetzt jedoch bei einem Vergleich dieser Blanks den K2 als XXH beschreiben und den Maxim als H.

Bei der Vermessung dieser Blanks kommt jedoch etwas ganz erstaunliches heraus. Der Maxim hat einen gemessenen Powerfaktor von 4,7 bei einem Wurfgewicht von 19g-92g obwohl der Hersteller das Wurfgewicht von 14g-50g angibt.

Der K2 hat einen Powerfaktor von 5,3 bei einem Wurfgewicht von 14g-75g.

Ich möchte anhand dieser Blanks mal aufzeigen, wie schwierig es ist einen geeigneten Blank am Markt zu finden. Die Powermessung ordnet dem Maxim eine Fast Aktion zu und dem K2 eine XX-Fast Aktion. Die Power beider Blanks würde ich mit ML beschreiben, da ich die Power von Blanks immer mit der optimalen Bremskraft eines Blanks in Verbindung bringen würde. Hier wäre es viel besser, wenn alle Hersteller entweder die optimale Bremskraft der Blanks angeben oder den Power Klassen L,M und H entsprechende Bremswerte zuordnen würden.

So wäre es eine Lösung den Powerklassen grob folgende Bremswerte zuzuordnen:

UL 1kg
L 2kg
ML 4kg
M 7kg
MH 10kg
H 12kg
XH 15kg

Der Grund warum das wohl nicht gemacht wird, ist, den Kunden in seiner Ungewissheit zu vielen unnötigen Testkäufen zu veranlassen, damit er auf der Suche nach seiner optimalen Rute viele Ruten und Hersteller testet und insofern kauft.

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>