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Baitcaster oder Stationärrolle ?

Eine Frage, welche mich immer wieder beschäftigt. Ich will meine Antwort aber gleich vorne weg geben. Es kann kein entweder oder geben. Die Baitcaster als auch die Stationärrolle hat ihre eigenen Vorzüge. Beide Rollentechnologien haben für bestimmte Arten des Fischens ihre Berechtigung. Daher versuche ich mal hier Antworten auf Fragen zu geben, die sich jeder nach einigen Jahren selber stellt.

Welcher Rollentyp für welchen Einsatz?

Grundsätzlich sollte man immer von dem ausgehen, was man fängt. Also dem Fisch. Denn der Fisch entscheidet über die Umgebung, in welcher man mit seinem Gerät zum Einsatz kommt. Zum Beispiel habe ich mich sehr lange Zeit am Meer mit der Baitcaster herumgeschlagen. Meine Zielfische waren Wolfsbarsch und Thunfische. Beide Fischarten sind auch heute noch die Fische auf welche ich mich spezialisiert habe. Bei den Baitcaster Rollen ist man sehr schnell an folgende Limits gestoßen:

1. Die Schnurkapazität dieser Rollen war und ist zu gering.

Natürlich gibt es Rollen wie die Lexa von Daiwa oder die Tranx von Shimano in der größten Version, die hier einiges an Fassungsvermögen aufweisen, aber dennoch bestand gerade bei einem kapitalen Biss immer die Wahrscheinlichkeit einen großen Fisch nicht zu landen. Auch gibt es sogenannte Multirollen mit Magnet- oder anderen Bremssystemen, auf welche man wesentlich mehr Schnur bekommt. Aber diese Rollen wurden dann wieder viel zu schwer, oder das Werfen mit diesen “kleineren” Multirollen wurde zur Qual.

2. Die Bremskraft dieser Rollen war und ist zu gering.

Jeder weiß, das eine Bremse bei einem kapitalen Fisch nicht das umsetzt was auf der Rolle steht. Als Richtwert kann man immer den Bremswert einer Rolle durch zwei teilen und ist immer auf der sicheren Seite. Also bei einer Angabe von 10kg kann ich von 5kg dynamischer Bremskraft ausgehen. Die Luft bei Baitcastern jenseits der 10kg Bremskraft wird aber auf dem Markt sehr dünn. Bei den Stationärrollen gibt es aber Rollen in der 600g bis 700g Gewichtsklasse, die fast 30kg Bremsleistung aufweisen. So kann eine Shimano Stella SW 8000 PG 28kg abbremsen. Dieser Wert ist bis heute bei dem Rollengewicht ungeschlagen.

3. Das Werfen bei viel Wind ist ein absoluter Nachteil.

Gerade am Meer kann es schon mal vorkommen, dass man gegen den Wind mit erheblichen Böen werfen muss. Mit einer Baitcaster ist das ganze kein spaßiges Unternehmen. Selbst die ausgeklügelten Wurfbremssysteme können hier nicht weiterhelfen. So kommt man bei diesen Verhältnissen schnell zu dem Entschluss eine Stationärrolle einzusetzen.

Doch jetzt fragt sich ein jeder nach der Berechtigung einer Baitcaster Rolle? Diese Rollen kommen dann zum Einsatz, wenn gezielte und schnelle Würfe erforderlich sind. Gerade bei der Jagd auf Süßwasserbarsche macht diese Rolle Sinn. Auch das Fischen von Hechten macht mit ihr Spaß. Gerade Seen und Flüsse wegen ihrer teils dichten Vegetation erfordern präzise Würfe. Wo hingegen am Meer nur die Wurfweite zählt. Insbesondere wenn man von der Küste aus fischt. Am Meer hat man auch für seine Würfe mehr Platz, wohingegen an Flüssen und Seen schon mal ein leichter Wurf aus dem Handgelenk reichen muß, da man nicht viel Platz zum Ausholen hat.

Nicht das wir uns hier falsch verstehen. Ich selber fische gerne mit Baitcastern. Geht es aber ans Meer, dann wechsle ich auf die Stationärrollen.

Ich denke die Hersteller sehen es genau so. Daher findet man bei Baitcastern auch keine Rollen die mehr als 400g bis 500g auf die Waage bringen. Wer schon mal eine Baitcaster um die 300g bis 400g auf seiner Rute hatte, weiß was ich meine. Das Werfen macht mit solchen Kombos nicht wirklich Spaß. Ganz im Gegenteil. Die Hersteller sind gerade bei den Baitcaster Rollen in der Lage sehr leichte Exemplare zu entwickeln. So bekommt man schon Baitcaster Rollen, welche nahe an die 100g Eigengewicht kommen. Mit einer schönen Baitcaster Rute macht eine solche Kombo gerade im Süßwasser viel Spaß. Auch sind die Wurfbremssysteme mittlerweile so weit entwickelt, dass man Köder um die 1g mit der Baitcaster werfen kann.

Aber auch hier hat die Stationäre Rolle ihren Vorteil.

Gerade Köder unter 1g kann man mit der Baitcaster Rolle nicht mehr werfen. Ich habe mir für eine sehr kleine Stationärrolle eigens eine Rute gebaut mit der ich Köder unter 1g noch gut werfen kann. Denn gerade in den Pyrenäen sind die Forellen teilweise sehr klein und machen mit solch einer Kombo richtig Spaß.

Doch wenn man mal einen Blankhersteller gefunden hat, welcher sich in der Produktion auf Baitcaster Blanks oder kurz Casting Blanks spezialisiert hat, kann man davon ausgehen, das diese Blanks das Nonplusultra der Blanks darstellen. Denn gerade hier findet man wunderbare extrem faste Blanks, welche man wunderbar als Spinningruten aufbauen kann, da sie fein in der Spitze und unglaublich viel Power im Back End haben. So kann man gerade im Rutenbau viel Gewicht sparen. Denn gerade hier finden sich  Blanks mit sehr viel Power bei unglaublich geringem Gewicht.

 

So findet man zum Beispiel bei den Maxim Blanks einen 30lbs Blank in der Länge 7’11” also um die 2,40m mit kompletter Carbon Kreuzwicklung. Das Traumhafte an diesem Blank ist sein absolutes Rekordgewicht in dieser Kampfklasse von 78g. Fertig aufgebaut bleibt man bei solch einer Rute unter 100g und kann so unglaubliche Spinningruten für Fische in der Kampfklasse von 10kg bis 20kg bauen. Solche Ruten wiegen normalerweise um die 300g.

Kreuzwicklung
Komplette Carbon Kreuzwicklung

Bei den Resin Blanks insbesondere dem M1 Inshore Blank von Phenix in der Spinningvariante gibt es wunderbar leichte Blanks von 50g bis 100g die von 20lbs bis 35lbs geratet sind. Die Resin Blanks bestechen durch ihre umbeschwerliche Art sie zu werfen.

ResinBlanks
Carbon Blank mit speziellem Resin

Wer etwas mehr Power wünscht findet bei den Hybrid Blanks, insbesondere dem Swimbait Classic, einen Blank in der 160g Gewichtsklasse, bei einer 15-50lbs Schnurklasse. Die Hybridblanks haben durch eine sehr filigranen Carbon Kreuzwicklung ein sehr großes Einsatzgebiet.

Hybridblanks
Hybrid Blanks mit kompletter Carbon Kreuzwicklung

Wer sich zum Beispiel mit folgenden Rollen anfreunden kann findet hier wunderbare Blanks.

Für die Blanks mit Carbon Kreuzwicklung und den Resin Blanks ist die 4000er Stella SW wunderbar geeignet. Zielfisch 10kg bis 20kg

Für die Blanks mit Carbon Hybrid Kreuzwicklung welche bis 50lbs Schnurklasse gehen ist die 8000er PG Stella SW eine wunderbare Rolle. Zielfisch 20kg bis 40kg

Für besonders große Fische gibt es sogar einen Hybrid Blank aus der Black Diamond Serie, den Marlin Caster, der bei einer Schnurklasse von 30lbs bis 80lbs wunderbar auf die Saltiga Dogfight 8000 abgestimmt werden kann. Zielfisch 40kg bis 100kg

Alle Blanks sind von mir getestet worden. Tips für die Beringung gebe ich gerne. Ich denke auch, mit diesen drei Rollen deckt man ein großes Spektrum an Zielfischen ab.  Meine Lieblingsruten für Zielfische unter 10kg werde ich noch mal in einem gesonderten Beitrag beschreiben.

Für spezielle Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.

 

 

 

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