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Rutentest Phenix XG-1 Crank Bait Series XG2-Glass XG740 von Tackle Tour

Vor 8 Jahren wurde von Tackletour ein Glasfiberblank von Phenix getestet. Der X10 von Phenix war bis heute vom Rating her einer der besten Blanks nach dem Maxim Blank bis heute. Phenix als Blankhersteller hat wohl die interessanteste Technologie für Glasfiberblanks. So wiegen Glasfiberblanks von Phenix teilweise weniger als Carbon- bzw. Graphitblanks. Phenix bietet keinen Grund nicht auf Glasfiberblanks zurückzugreifen. Diese Blanks machen nicht nur im Einsatz von Crankbaits Sinn. Wer einmal einen “S-Glass” Blank von Phenix gefischt hat weiß wovon ich rede.

Der X10er Blank zum Beispiel in der Länge 7″ wiegt 50g bei einer Schnurklasse von 20lbs. Das ist für einen Glasfaserblank ein unglaubliches Ergebnis. Zumal man als fertig aufgebaute Rute unter 100g bleiben kann.

Anbei der aktuelle Test der XG1-2 Glass Blanks von Phenix bei Tackle Tour:

Phenix XG-1 Crank Bait Series XG2-Glass XG740 Cranking Stick Product Review.

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Die Powerklassen von Ruten und Blanks

Wir alle kennen das Problem Ruten bezüglich der Power einzuordnen. Grob gibt es L, M, und H Ruten. Der Power Wert hat mit der Aktion einer Rute absolut nichts zu tun. Die Aktion befasst sich nur mit der Biegung einer Rute, wohingegen der Power einer Rute über ihren Einsatzzweck entscheidet. Nach unten runden die UL Ruten das Sortiment ab und oben sogar XXH Ruten.

Doch sagt die Power eines Blanks noch lange nichts über die Rute und den Blank aus. Ganz im Gegenteil ein Powerwert H für Salzwasserruten ist mit einer H-Rute für Süßwasser nicht zu vergleichen. Dennoch gibt es für Waller H Süßwasser Ruten die vom Power her mit einer H Rute für das Salzwasser vergleichbar wären.

Es kommt noch schlimmer Powerwerte sind sogar von Ruten Hersteller zu Ruten Hersteller sehr unterschiedlich. Für den Kunden ein folgenschweres Dilemma. Denn der Kunde weiß nicht ob er eine L, M oder H Rute nehmen soll. Meistens verwirren die Hersteller noch zusätzlich, indem sie das Wurfgewichtspektrum mit diesen Powerkategorien ordnen wollen. Leichtes Wurfgewicht UL schwere Köder XXH. Das ist natürlich absolut verwirrend.

Dennoch ist es einfach sich zu entscheiden.

Ich selber schau mir die Powerklassen innerhalb einer Blankserie an. Dabei ist es egal ob es sich um einen L, M oder H Blank aus der Serie des Herstellers handelt. Denn man bekommt durch die Vermessung und Begutachtung der Blanks sehr schnell einen Richtwert für die Blanks. So kann es sein, das ein L Blank eines Herstellers durchaus mit einem H Blank eines anderen Herstellers mithalten kann. Auch bauen einige Blank Hersteller bei einem sehr filigranen Tipp und Butt unglaublich kräftige Blanks, wohingegen andere Hersteller diese Werte erst bei einem etwas dickeren Tipp bzw. Butt hinbekommen. Weiterhin gibt die Bauweise der Blanks auch schon einen Hinweis auf die Power des Blanks.

Zum Beispiel ist bei einem moderatem Taper, also einem nicht so hohem Tip Butt Verhältnis die Rute bis zum Griffteil sehr biegsam. Was bei Popping und Jigging Ruten durchaus erwünscht ist. Aber auch bei Crankbaits und Swimbaits. Man spricht hier auch von einer moderaten Rute. Bei Fast Ruten ist das Tip Butt Verhältnis größer. Also die Spitze ist zum Verhältnis zum Butt sehr filigran. Man spricht hier auch von X-Fast Ruten wenn die Spitze sehr sensibel ist.

Vergleicht man zum Beispiel den stärksten Blank aus der K2 Serie 7’3″ 30lbs mit dem stärksten Blank aus der Maxim Serie 7’11” 30lbs, stellt man fest, das die neue Carbon Kreuzwicklung der Blanks aus der Maxim Serie durch ihre neue Bauweise das Zeug haben einiges an Power vorzuweisen.

So wiegt der Maxim Blank zwar 15g mehr, ist aber auch 8″ länger als der K2. Auch zeigt dieser Blank aufgrund seiner komplett über den Blank verlaufenden Kreuzwicklung eine wunderbare Dynamik bis in den Schaft. Der K2 Blank ist mit seiner Kreuzwicklung im Schaftbereich weniger dynamisch, weist aber eine unglaubliche Power auf und hat bei manchem Drill die richtigen Reserven. Beide Blanks werden bei Phenix mit H beschrieben. Ich würde jetzt jedoch bei einem Vergleich dieser Blanks den K2 als XXH beschreiben und den Maxim als H.

Bei der Vermessung dieser Blanks kommt jedoch etwas ganz erstaunliches heraus. Der Maxim hat einen gemessenen Powerfaktor von 4,7 bei einem Wurfgewicht von 19g-92g obwohl der Hersteller das Wurfgewicht von 14g-50g angibt.

Der K2 hat einen Powerfaktor von 5,3 bei einem Wurfgewicht von 14g-75g.

Ich möchte anhand dieser Blanks mal aufzeigen, wie schwierig es ist einen geeigneten Blank am Markt zu finden. Die Powermessung ordnet dem Maxim eine Fast Aktion zu und dem K2 eine XX-Fast Aktion. Die Power beider Blanks würde ich mit ML beschreiben, da ich die Power von Blanks immer mit der optimalen Bremskraft eines Blanks in Verbindung bringen würde. Hier wäre es viel besser, wenn alle Hersteller entweder die optimale Bremskraft der Blanks angeben oder den Power Klassen L,M und H entsprechende Bremswerte zuordnen würden.

So wäre es eine Lösung den Powerklassen grob folgende Bremswerte zuzuordnen:

UL 1kg
L 2kg
ML 4kg
M 7kg
MH 10kg
H 12kg
XH 15kg

Der Grund warum das wohl nicht gemacht wird, ist, den Kunden in seiner Ungewissheit zu vielen unnötigen Testkäufen zu veranlassen, damit er auf der Suche nach seiner optimalen Rute viele Ruten und Hersteller testet und insofern kauft.

 

 

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Aktion und Power von Ruten und Blanks

Seit Jahren beschäftige ich mich mit Ruten und Blanks. Da gibt es neue Entwicklungen von Blanks und Ruten, aber man kann die Qualität nicht messen. Man findet Belastungstests und Biegekurven im Internet, jedoch sagt das noch lange nichts über die Qualität der Blanks und Ruten aus.

Der findige Fischer geht also in Foren und vertraut anderen Testpersonen ohne die eigenen Vorlieben zu berücksichtigen. Das geht auch nicht. Ein gefangener Fisch oder Rekord, welcher durch eine bestimmte Person entstanden ist, ist noch lange nicht übertragbar. Meine Kunden fragten mich oft nach meinen Angaben. Natürlich konnte ich die ein oder andere Rute oder Blank durch meine Wurftests genau bestimmen. Es waren jedoch immer meine gefühlten getesteten Ergebnisse. Auch diese sind selbstverständlich nicht allgemeingültig.

Ich suchte lange nach einer einheitlichen Messmethode um Blanks und Ruten vergleichbar zu testen. Am Anfang habe ich immer ein einheitliches Gewicht von 1kg an die Schnur gehängt und mir das Verhalten einer Rute unter dem selben Gewicht angeschaut.

Die Luft wird hier recht dünn, wenn man auf der Suche nach einem leichten Blank ist, welcher bei einer Belastung von 1kg nicht gleich in die Knie gehen soll. Selbst die besten Rutenbauer der Welt, so wie Zenaq, Yamaga oder Fisherman veröffentlichen zwar Belastungskurven, aber auf der Suche nach der fertigen Rute stellt man sehr schnell fest, das fertige Ruten jenseits der 1kg Belastungstests mit einer annehmbaren Biegungskurve jenseits der 200g Grenze liegen und nicht immer schön zu werfen sind.

Eines Tages bin ich auf eine Messmethode von Theodor Matschewsky gestoßen einen Kollegen und Rutenbauer. Hier werden zwei Punkte gemessen und miteinander verglichen. Ich malte mir zwei Messpunkte an die Wand und belastete die Rute nur an der Spitze so lange, bis sie die Messpunkte 1 und 2 erreichten (siehe Bild).

Powermessung
Dann dividierte ich das Gewicht welches erforderlich war um den Messpunkt 2 zu erreichen durch das Gewicht welches erforderlich war um den Messpunkt 1 zu erreichen und erhielt einen Faktor. Den so genannten Powerfaktor.

Nun konnte ich zumindest Ruten und Blanks miteinander vergleichen und das wahre Wurfgewicht berechnen indem ich für das untere Wurfgewicht eben diesen Messwert 1 durch den Powerfaktor teile und für das obere Wurfgewicht das Messergebnis 2 durch den Powerfaktor teile.

Hier stellte ich erstaunliches fest.

Moderne Blanks mit einer XXX-Fast Aktion hatten einen sehr hohen Powerfaktor wobei sehr Moderate Ruten einen niedrigeren Faktor aufweisten. Viele der Wurfgewichtangaben der Hersteller waren falsch und mussten sich den neuen Messergebnissen stellen. Insbesondere spielen die Hersteller mit den Begriffen Fast und extra Fast ohne wirklich zu begreifen was das bedeutet.

So konnte ich grob folgenden Powerfaktoren diese entsprechenden Aktionen zuordnen:

Slow = Powerfaktor < 4
MM-Fast = Powerfaktor 4 – 4,4
M-Fast = Powerfaktor 4,4 – 4,6
Fast = Powerfaktor 4,6 – 4,8
X-Fast = Powerfaktor 4,8 – 5
XX-Fast = Powerfaktor > 5

Je größer der Powerfaktor ist, um so schneller stellt sich der Blank nach einer Belastung in seine Ausgangsposition zurück. Es handelte sich also um die Messung der Schnellkraft eines Blanks oder einer Rute.

Jetzt hatte ich sehr genaue Angaben über die Aktivität bzw. Aktion eines Blanks. (Siehe Bild oben)

Eine Rute mit einer ausgeprägten Spitzenaktion also XX-Fast geht nach einer Belastung also schneller wieder in die ursprüngliche Position zurück als eine Moderate Rute. Was aber keinesfalls mit der Qualität einer Rute zusammenhängt. Ganz im Gegenteil. Mir sind manchmal beim Spinnfischen moderate Ruten lieber als XX-Fast Ruten.

Auch hat die Aktion nichts mit der Wurfweite einer Rute zu tun. Vielmehr erfordern manche Köder eine moderate andere eine faste Aktion für ein besseres Wurfergebnis. Lange Hardbaits wirft man besser mit moderaten Ruten. Castjiggs werfen sich besser mit Fast Ruten.

Auch kommt es auf die persönliche Vorliebe an. Es steht fest, das man mit moderaten Ruten stressfrei einige Würfe mehr machen kann als mit Fast Ruten. Der Vorteil einer Fast Rute liegt in der Zielgenauigkeit der Würfe. Daher finden immer mehr Baitcaster ihre Vorliebe in XX-Fast Ruten, da sie hier präziser ihre Ziele mit kurzen Bewegungen anwerfen können.

Auch kann der Anhieb bei einem Biss schneller gesetzt werden. Gerade bei Barsch und Zander ist dieses sogar erwünscht.

Bei Ruten mit Stationärrolle hat sich das Thema XX-Fast noch nicht so recht durchsetzen können. Auch ist eine hohe Anfangsbeschleunigung der Köder bei Multirollen als auch Baitcastrollen durchaus erwünscht. Insofern erklärt sich bei dieser Angelmethode auch die Vorliebe zu Fasten Aktionen.

Der Nachteil ist die hohe Gefahr der Perückenbildung bei Würfen mit XX-Fast Ruten und Multirollen. Eine Moderate Rute kann gerade Anfängern hier sehr willkommen sein. Gerade bei Spinnruten findet man häufig die Fast Aktion. Diese Aktion mit einem Powerfaktor von 4,6-4,8 hat eine wunderschöne Biegung bis über die Mittelachse der Rute ohne im Drill Reserven bis zum Handteil zu verschenken.

Ruten mit einer Fast Aktion sind sehr angenehm zu fischen.

Solltet ihr zu diesem Beitrag Anregungen oder Anmerkungen haben freue ich mich natürlich sehr.

 

 

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Boston Whaler 110 Sport

Viele meiner Kunden fragen mich nach einem kleinen und schnellen Angelboot. Ich möchte hier nur kurz durch einen nordischen Händler meinen Favoriten vorstellen. Der Boston Whaler 110 Sport mit 25PS ist ein absolut geniales Boot in dieser Klasse. Selbst auf dem Mittelmeer kann man morgens bei ruhiger See seine Lieblings Spots schnell anfahren und einige Würfe machen. Das Boot liegt ruhig im Wasser und ist unglaublich kippstabil.

Doch schaut selbst…

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Dennis Verreet fängt an der Küste 104kg Thun

Seit Jahren versuche ich große Thunfische von der Küste aus zu fangen. Ich hatte Schnurabrisse und sehr lange Kämpfe. Der Deutsche Dennis Verreet zeigt mit seiner Frau Kathrin Verreet wie es geht. Zenfisher gratuliert zu diesem neuen Rekord. Verlassen hat sich Dennis auf seine Daiwa Dogfight 8000, seine Rute Saltiga GT86 und die Schnur WFT KG Strong 51kg in 0,32mm also PE4.

Doch schauen wir uns mal die technischen Daten genauer an. Die Saltiga Dogfight 8000 ist nicht mehr ohne Harness zu fischen, wenn die Bremskraft von 30kg auch genutzt werden soll. Ich selber verwende eine Saltiga 4500H mit PE4. Hier geht das ganze noch ohne Harness. So nutzte auch Dennis Spin Straps, welche im Fall eines Bisses sehr leicht um den Blank und die Rolle angebracht werden können.

AFTCO-Spin-Straps

So kann man seinen Schulter Harness sehr schön einhängen und den Fisch ermüden, wenn es mal mehr werden sollte als 15kg Bremse, die man noch gut ohne Harness aushalten kann. Dann hatte er eine Saltiga GT 86 Rute. Die technischen Werte dieser Rute sind 8’6″er Länge also 2,59m Schnurklasse 50-80lbs und die Wurfgewichte liegen bei 3 1/2 oz bis 6 3/8 oz also 98g bis 180g eine typische Popping Rute.

Natürlich verwenden Profis mal gerne Marken Ware, da das Werbebudget bei spektakulären Fängen schon mal sehr erträglich sein kann.

Doch nun zu meinem Material. Ich fische eine Phenix Black Diamond Hybrid 8′ mit 7 Ringen. Vom Top zum Butt Fuji MN8er dann dreimal Fuji KW8 – KW16 – KW30 – KW50. Der Blank wiegt um die 200g und liegt in der Schnurklasse 30 – 80lbs. Somit liegt das Wurfgewicht von 40g bis 200g, womit ich ein größeres Spektrum an Ködern nutzen kann. Gefischt wird auf dieser Rute eine Daiwa Saltiga 4500H mit 300m PE4. Somit wiegt mein Material die Hälfte von dem was Dennis an der Küste in der Hand hatte.

Jetzt fehlt nur noch der dicke Fisch. Aber wir alle wissen wie schön die unbeschwerten Stunden an der Küste sind auch ohne Biss oder Fang. Ein 100kg Thunfisch an der Küste zu landen ist schon etwas ganz besonderes.Da muss alles stimmen.

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Rutentest Phenix Maxim MAX-73MH von Tackle Tour

Ich finde die Tests von Tackletour immer wieder sehr gut. Wenn vernünftiges neues Tackle auf den Markt kommt schaut sich Tackletour dies sehr genau an. So wurde auch im Jahr 2015 mit dem Erscheinen der Maxim Ruten von Phenix ein erster Test veröffentlicht. Obwohl die Phenix Ruten immer sehr gut abgeschnitten haben wurde dieser Blank mit einer sehr hohen Punktzahl von Phenix bewertet. Es überraschte mich nicht, dass diese Rute mit der höchsten Punktzahl bewertet wurde, die eine Phenix Rute je bei Tackletour erreicht hat. Ich selber halte den Maxim Blank für ein absolutes Meisterwerk. Als 7’11″er (also 2,40m) gibt es einen 30lbs Blank welchen ich getestet und vermessen habe.

Ich baue diesen Blank als Spinningrute auf. Das gemessene Wurfgewicht liegt bei 19-92g. Bei einem Blankgewicht von 78g und einer Schnurklasse von 30lbs sind das fantastische Werte. Phenix gibt das Wurfgewicht mit einer absolut untertriebenen Range von 14-50g an. So gelingt es mir eine vernünftige Rute um die 100g Eigengewicht zu bauen, welche momentan am Markt seinesgleichen sucht. Auch der Blank mit seiner ungeschliffenen Carbon Kreuzwicklung vom Tip bis zum Butt schlägt in seiner Optik so manche neuen Blanks auf dem Markt.

Ich bin davon überzeugt, das wenn Tackletour den Maxim 7’11″er in der H Variante getestet hätte und nicht in der 7’3″er MH Variante dieser Blank noch näher an die maximalen 10 Punkte gekommen wäre. Im folgenden Link findet ihr den Test:

Phenix Maxim MAX-73MH Casting Rod Product Review.